11.09. Attraktiver durch Abgeltungssteuer

Durch die Abgeltungssteuer möchte die Politik den Finanzplatz Deutschland attraktiver machen. Experten sehen das Ziel, dass das Geld im Land bleiben soll, als verfehlt an.

Viel von der Einführung der Abgeltungssteuer erhofft sich die deutsche Politik. Sie soll die Besteuerung von Kapitalerträgen als Pauschalsteuer transparenter machen. International konkurrenzfähig und gestärkt soll außerdem den Finanzplatz Deutschland werden. Das Geld soll im Land bleiben. Mit seinem geflügelten Wort brachte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück dieses Ziel nachhaltig auf den Punkt: Es sei besser, 25% auf X zu haben statt 42% auf gar nichts.

Doch dass die Gefahr des Kapitalabflusses damit tatsächlich gebannt ist, bezweifeln Experten. Geld sei scheu wie Reh, sagen Finanzkenner gerne. Anleger werden durch vergleichsweise hohe Steuern abgeschreckt. Marco Cabras, Sprecher der in Düsseldorf ansässigen Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) erklärt, dass Deutschland sich mit der Abgeltungssteuer an die unrühmliche Spitze in Europa gesetzt habe. Anderswo seien entweder die Steuersätze niedriger oder es gebe höhere Freibeträge, stellt Cabras klar. Nicht erreicht worden sei auch das Ziel, die Besteuerung transparenter zu gestalten.

Mit Blick auf die Nachbarländer hält der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) die Besteuerung von Veräußerungsgewinnen in der vorgeschlagenen Form für nicht ausgewogen. Langfristige Wertzuwächse blieben in Ländern wie den Niederlanden, Luxemburg, Belgien, der Schweiz oder Österreich steuerfrei. Stefan Seip, Hauptgeschäftsführer des BVI unterstreicht, dass Deutschland mit dieser undifferenzierten Besteuerung auch langfristiger Veräußerungsgewinne zu einem Hochsteuerland für Aktienanleger mutiere.

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Eine Reaktion zu “Attraktiver durch Abgeltungssteuer”

  1. Paul

    Ich weiß nicht warum, aber irgendwie fehlt mir das Verständnis, woher die tatsächliche Attraktivität herkommen soll.
    Denn meiner Meinung nach werden dann umgekehrt wiederum Sanktionen folgen, die die erstmalige Attraktivität zunichte machen werden.
    Vielleicht ist meine Haltung auch zu pessimistisch (oder etwa doch realistisch?), denn ich setze mich gerade u.a. mit meiner Lebensversicherung auseinander und bin durch mehrere Websites aufmerksam geworden, z.B. durch spiegel.de oder auch lebenversicherung.ch .
    Tja, es sieht düster aus, ist mein Fazit-aber ich lasse mich vom Staat natürlich gern eines Besseren belehren.

 

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